SCHUFA

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Vor allem bei Kreditnehmern, Bausparern und Wohnungssuchenden ist sie in aller Munde: die SCHUFA. Die populäre Wirtschaftsauskunftei informiert ihre Vertragspartner über die Bonität bzw. Kreditwürdigkeit dritter Personen. Ihre Auskunft ist ausschlaggebend dafür, ob jemand eine Wohnung bekommt oder einen Kredit – und wenn er den Kredit erhält – zu welchem Zinssatz. Doch auch zur die Bonität anderer Unternehmen kann die SCHUFA Auskunft geben.
Im folgenden Ratgeber erläutern wir, wer bzw. was genau sich hinter der SCHUFA überhaupt verbirgt und wie sie arbeitet.

Von der BEWAG zur SCHUFA – Die Idee zur Beurteilung des Zahlungsverhaltens von Kunden

In den 1920er Jahren entstand eine neue Idee: Die Berliner Städtische Elektrizitäts-Aktiengesellschaft (BEWAG) lieferte nicht einfach nur Strom. Ihre Kunden konnten bei diesem Unternehmen auch Haushaltsgeräte kaufen, selbst dann, wenn sie nicht sofort genügend Geld zur Verfügung hatten – und zwar per Ratenfinanzierung. Sie zahlten ihre Raten zusammen mit der Stromrechnung. Wer seiner Zahlungspflicht regelmäßig nachkam, erhielt dafür auch Elektrogeräte. Damit war die Grundlage zur Beurteilung des Zahlungsverhaltens von Kunden geschaffen.
Die Brüder Meyer – der eine leitender BEWAG-Mitarbeiter und der andere Rechtsanwalt – sowie der damalige BEWAG-Vorstand Robert Kauffmann nutzten diese Erfahrungen für die Gründung eines neuen Unternehmens: Die Schutzgemeinschaft für Absatzfinanzierung.
Später entstanden weitere regionale SCHUFA-Gesellschaften und 1952 die Bundes-Schufa e.V. Zur Jahrtausendwende wurde letztere in die SCHUFA Holding AG umgewandelt, die sich mehrheitlich im Besitz von Banken befindet.

Heute verfügt diese Auskunftei über mehr als 800 Millionen Einzeldaten von über 66 Millionen Deutschen. Wie sie die Kreditwürdigkeit all dieser Menschen bzw. deren Basis-Score ermittelt, ist immer noch ein gut gehütetes Geheimnis.

Welche Daten speichert die SCHUFA für welchen Zeitraum?

Die SCHUFA-Auskunft beruht auf einer Vereinbarung: Die Auskunftei speichert die Daten von ihren zahlreichen Vertragspartnern und liefert ihnen als Gegenleistung Informationen über die Kreditwürdigkeit anderer Personen. So können sich Banken, Sparkassen, Händler, Stromanbieter und Telekommunikationsdienstleister einen Überblick über die Bonität ihrer (potentiellen) Kunden verschaffen.
Hierfür speichert sie folgende Daten zu deutschen Bürgern:
– Allgemeine Daten zur Person: Vor- und Nachname, Geburtsdatum und –ort, aktuelle und frühere Anschriften
– Allgemeine Finanzdaten: bestehende Konten, Kreditkarten, Handy- und Leasingverträge, Daten über laufende oder abbezahlte Kredite, Kredit- und Konditionsanfragen
– Zahlungsstörungen, wie z. B. geplatzte Schecks
– Daten zu Vollstreckungsmaßnahmen, z. B. Mahnverfahren, Vollstreckungsbescheide, Eröffnung der Privatinsolvenz oder die Abweisung der Verfahrenseröffnung mangels Masse, Abgabe der eidesstattlichen Versicherungen (Offenbarungseid), Haftbefehl zur Erzwingung der eidesstattlichen Versicherung

Die gespeicherten Daten unterliegen jeweils einer bestimmten Löschungsfrist. Nach bestimmten vorgeschriebenen Fristen muss die SCHUFA diese Informationen wieder löschen:
– Kreditinformationen: 3 Jahre nach Rückzahlung des Kredits
– Informationen zu Giro- und Kreditkartenkonten: sobald die SCHUFA über die Kontoauflösung benachrichtigt wurde
– Kreditanfragen und Anfragen zu Kreditkonditionen: 12 Monate nach Anfrage
– Unstrittig falsche Angaben sind jederzeit umgehend zu löschen.

Folgende Daten darf die SCHUFA übrigens weder erheben noch speichern:
– Familienstand
– Arbeitgeber
– Einkommen
– Guthaben
– Wertpapierdepots

Negativ-Einträge und Basis-Score-Wert

Ein Kreditgeber oder Vermieter will vor allem wissen, ob es bestimmte Negativmerkmale gibt, die die Kreditwürdigkeit herabstufen. Gemeint ist der sogenannte „negative Schufa“-Eintrag, also Einträge, die unmittelbar eine Ablehnung nach sich ziehen. Das können von der Bank gekündigte Kredite sein oder Einträge in öffentliche Schuldnerverzeichnisse.

Und es gibt noch eine weitere Information, die vor allem für die Berechnung des Zinssatzes für einen Kredit eine zunehmende Rolle spielt: der sogenannte Score-Wert. Dieser resultiert aus einem komplexen Berechnungsverfahren, das alle bekannten Daten zu einer Person analysiert. Das Ergebnis wird mit anderen Kreditnehmern und deren Ausfallquoten verglichen. Hieraus kann dann die Wahrscheinlichkeit errechnet werden, mit welcher der Betroffene seinen Kredit zurückzahlen würde.
Dahinter steht folgender Gedanke: Ein niedriger Score-Wert steht für eine geringe Rückzahlungswahrscheinlichkeit. Je geringer dieser Wert ausfällt, desto höher setzt die Bank den Zinssatz an, um das Ausfallrisiko bei Zahlungsunfähigkeit abzusichern.

Gut zu wissen: Die kostenlose SCHUFA-Auskunft und andere Tipps für Verbraucher

Verbraucher, aber auch Unternehmer sollten wissen, welche Daten die SCHUFA über sie speichert, vor allem wenn sie mit dem Gedanken spielen, einen Kredit aufzunehmen oder wenn sie auf Wohnungssuche sind. Denn die gespeicherten Daten entscheiden darüber, ob Sie dabei Erfolg haben werden oder nicht.
Aus diesem Grund sollten Sie sichergehen, dass die zu Ihrer Person gespeicherten Daten korrekt sind. Das geht einfacher als gedacht:
– Die SCHUFA ist verpflichtet, Ihnen einmal jährlich kostenlos eine Eigenauskunft zu erteilen. Hierbei wird Ihnen auch der Basis-Score mitgeteilt. Beim Ausfüllen des entsprechenden Formulars gibt es jedoch eine kleine Stolperfalle zu beachten: Verbraucher, die die kostenlose Auskunft bestellen möchten, müssen neben der Bestellung das Kästchen „Aktuelle Wahrscheinlichkeitswerte“ ankreuzen. Machen Sie kein Kreuz bei „Alternativ: Bestellung Bonitätsauskunft“. Denn mit diesem Kreuz würden Sie eine kostenpflichtige Auskunft für Geschäftspartner bestellen.
– Daten, die unstrittig fehlerhaft sind, muss die SCHUFA umgehend kostenlos korrigieren. Kann die Auskunftei innerhalb einer angemessen Frist nicht ermitteln, ob die Daten richtig oder falsch sind, so sperrt sie diese bis zur Klärung des Sachverhalts. Lassen Sie auch kleine Fehler umgehend berichtigen.
– Parallel zur Korrektur der Daten bei der SCHUFA empfiehlt es sich, auch eine Berichtigung bei deren Vertragspartner, z. B. bei der Bank, zu verlangen. Denn derjenige, der den fehlerhaften Eintrag verursacht hat, muss diesen gegenüber der SCHUFA widerrufen. Andernfalls haftet er für die Folgen des falschen Eintrags.

Außerdem können Verbraucher ihren Basis-Score auf einfacher Weise verbessern, indem sie die folgenden Tipps beherzigen:
– Kündigen Sie Kreditkarten und Girokonten, die Sie nicht mehr benötigen. Einerseits sparen Sie so unnötige Gebühren. Andererseits verschlechtert es den Score, wenn jemand zu viele Kreditkarten besitzt.
– Auch häufige Kontowechsel sollten Sie vermeiden, weil dies negativ bewertet werden kann.
– Seien Sie vorsichtig, wenn Sie einen Dispo-Kredit nutzen. Banken sind zwar nicht verpflichtet zu melden, wenn sie einem Kunden einen Dispo einräumen. Sie können es aber dennoch tun. Riskant wird es, wenn der Dispo überzogen wird und die Bank diesen Kredit kündigt.
– Rechnungen, Raten usw. sollten immer pünktlich beglichen werden, obwohl Gläubiger nicht jeden Zahlungsverzug sofort an die SCHUFA weitergeben dürfen. Die Datenübermittlung an Auskunfteien muss den Anforderungen des § 28a Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) entsprechen.

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Quellen:
www.finanztip.de/schufa/.

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