Wie lösche ich die SCHUFA?

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Wie lösche ich einen Eintrag bei der SCHUFA?

SCHUFA ist die Abkürzung für Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung und eine der bekanntesten Auskunfteien in Deutschland. Sie stellt potenziellen Kreditgebern viele relevante Informationen über den Kreditnehmer bereit. Doch eine nicht bezahlte Rechnung löst noch keinen Eintrag bei der SCHUFA aus, denn hierfür gibt es feste Regeln. Wir erläutern nachfolgend, ab wann ein SCHUFA Eintrag zustande kommt und wie dieser gelöscht werden kann.

Diese Voraussetzungen müssen für einen negativen SCHUFA Eintrag erfüllt sein

Die SCHUFA verfolgt feste Regeln, bevor es zu einem negativen Eintrag kommt. Die folgenden vier Voraussetzungen müssen bei einer offenen Rechnung allesamt erfüllt sein, wenn noch kein Mahnverfahren eingeleitet wurde, damit sie zu einem negativen SCHUFA Eintrag führen:

  1. Der Forderung wurde nicht widersprochen und sie ist noch offen
  2. Mindestens zwei Mahnungen sind erfolgt
  3. Zwischen den Mahnungen liegen mindestens vier Wochen Zeit
  4. In einer dieser Mahnungen wurde darauf hingewiesen, dass ein negativer SCHUFA Eintrag erfolgt

Doch auch ohne diese Mahnungen kann seitens des Gläubigers eine SCHUFA Eintragung erfolgen, nämlich dann, wenn der Schuldner die Forderung bereits anerkannt hat. Das kann zum Beispiel aus der Zusage hergeleitet werden, offene Rechnung zu bezahlen. Aber auch dann, wenn eine Ratenzahlung vereinbart wird. Wird dann trotzdem kein Geld gezahlt, ist es möglich einen negativen SCHUFA Eintrag zu beantragen – dasselbe ist auch dann möglich, wenn in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen laut Vertrag eine fristlose Kündigung bei Zahlungsrückstand vereinbart ist. In der Praxis erfolgt meistens der negative Eintrag dann, wenn die Forderung gerichtlich festgestellt wurde. Das ist der Fall, wenn es einen Mahnbescheid gibt oder wenn es zu einem Gerichtsprozess kommt.

Frist zur Löschung bei der SCHUFA beträgt drei Jahre

Alle negativen Einträge bleiben normalerweise drei Jahre lang bei der SCHUFA gespeichert. Gezählt wird vom Ende des Kalenderjahres an, in dem die Begleichung der Forderung erfolgte. Wer zum Beispiel im Februar 2016 eine Restforderung gezahlt hat, kann mit einer Löschung erst zum Jahresanfang 2020 rechnen. Allerdings ist der Eintrag bis dahin auch mit einem Erledigungsvermerk versehen. Voraussetzung: der Gläubiger hat die Zahlung bei der SCHUFA gemeldet. Er ist hierfür verpflichtet, allerdings kommt es in der Praxis nicht gerade selten vor, dass solche Meldungen schlichtweg vergessen werden. Daher raten Verbraucherschützer zu der Selbstauskunft, die einmal jährlich kostenlos bei der SCHUFA beantragt werden kann. Werden dann Fehler festgestellt, so ist es möglich, diese zu korrigieren.

Die Kennzeichnung, dass die Forderung inzwischen beglichen ist, hat einen Vorteil, denn dadurch verbessert sich der Score Wert, der durch den Negativeintrag nach unten gesenkt wurde, wieder ein bisschen nach oben. Wie genau sich allerdings der Erledigungsvermerk tatsächlich auf den Wert auswirkt, ist ein gut gehütetes Geheimnis der SCHUFA. Denn die letzten Gerichtsentscheide lauteten immer, dass die SCHUFA nicht verpflichtet ist, ihren Algorithmus offenzulegen.

Schnellere Löschung bei kleineren Summen

Handelt es sich um kleinere Summen, so ist es unter bestimmten Umständen möglich, solche Einträge auch vor Ablauf der oben genannten drei Jahre löschen zu lassen. Denn seit 2012 gibt es eine neue SCHUFA Regel, die es damit Verbrauchern, die wegen einem kurzfristigen finanziellen Engpass nicht zahlen konnten, leichter machen möchte, wieder auf eigenen Beinen zu stehen. Das betrifft allerdings nur diejenigen, die einmal eine Rechnung nicht bezahlt haben.

So ist eine vorzeitige Löschung auch dann möglich, wenn eine Forderung innerhalb einer Frist von sechs Wochen nach SCHUFA Eintrag beglichen wird. Eine weitere Voraussetzung ist, dass die Summe nicht 2000 € übersteigen darf. Wenn beide Vorgaben erfüllt sind, kann der Eintrag auch vor Ablauf der drei Jahre gelöscht werden. Diese Ausnahmeregelung gilt allerdings nicht bei titulierten Forderungen, wie es zum Beispiel bei einem Mahnbescheid der Fall ist.

Weitere Ausnahmen, wo gemäß § 35 BDSG die SCHUFA auch zu einer vorzeitigen Löschung verpflichtet ist, sind zum Beispiel unzulässig gespeicherte Daten, wenn es sich dabei um ein Gerichtsverfahren handelt und das Gericht entschieden hat, dass die Forderung nicht rechtskräftig ist. Aber auch Fehlinformationen, fehlerhaft zugeordnete Kredite oder veraltete Kontendaten und falsche Adressen. Außerdem ist der Schuldner auf die Einwilligung seines Gläubigers angewiesen, denn dieser muss der vorzeitigen Löschung zustimmen.